Trompetensonate | Kammermusikführer - Villa Musica Rheinland-Pfalz

Girolamo Fantini

Trompetensonate

Sonata Nr. 7 für Trompete, Cembalo und b.c., „Detta del Vitelli“ aus: Modo per Imparare a sonare di Tromba tanto di guerra quanto musicalmente in Organo con Tromba sordina, col Cimbalo, e ogn’altro istrumento (Frankfurt, 1638)

Besetzung:

Werkverzeichnisnummer: 2220

Satzbezeichnungen

Erläuterungen

Girolamo Fantini stammte aus Spoleto und stand in Diensten des Großherzogs der Toskana, Ferdinando II. Medici. 1638 ließ er angeblich in Frankofort (Frankfurt), in Wahrheit jedoch in Italien seinen Modo per imparare a sonare di Tromba, tanto di guerra quanto musicalmente in Organo drucken, eine Methode zur Erlernung des Trompetenspiels „sowohl nach Kriegsmanier, als auch musikalisch – zusammen mit der Orgel“. Sie galt lange Zeit als erste Trompetenschule überhaupt, eine Auszeichnung, die Fantini jedoch an Cesare Bendinelli abtreten mußte. Zumindest ein Ruhm bleibt ihm sicher: derjenige, die ersten Sonaten für Trompete und Begleitung veröffentlicht zu haben. Mit den 18 Sonaten des Modo per imparare beginnt eigentlich- nach ersten Ansätzen in Monteverdis Orfeo und anderen Opern – die Sololiteratur für Trompete. Fantini beherrschte das Spiel auf der Naturtrompete, die ohne Ventile auskommen muß und nur mit der Lippenspannung kontrolliert wird, so virtuos wie wohl kein zweiter Trompeter des Barock. Er erweiterte den Tonumfang bis zum d‘‚‘ und beherrschte sogar alle chromatischen Töne, die nicht in der Naturtonskala des Instruments lagen. Seine entsprechende Demonstration in einem Konzert in Rom wurde von keinem Geringeren als Frescobaldi an der Orgel begleitet.

Die Sonaten Fantinis sind auf frühbarocke Weise kleingliedrig angelegt: kurze Abschnitte in verschiedenen Taktarten gehen attacca ineinander über.
Allen Sonaten wie auch den anderen Stücken seiner Schule hat Fantini die Namen italienischer Adelsgeschlechter beigefügt.
Die insgesamt 102 Namen ergeben ein Panorama der frühbarocken Mäzene Italiens. Bei den Sonaten findet man etwa den römischen Kardinal Del Monte, den wichtigsten Gönner Caravaggios, die Gonzaga-Herzöge in Mantua, den Florentiner Grafen Bardi, der die berühmte Camerata gründete, Monteverdis Freund Rinuccini, den exzentrischen Manieristen Arcimboldo und die später in anderem Musik-Zusammenhang berühmt gewordenen Colloredos.