Streichquartett | Kammermusikführer - Villa Musica Rheinland-Pfalz

Margarete Sorg-Rose

Streichquartett

Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello (1999)

Besetzung:

Werkverzeichnisnummer: 2222

Satzbezeichnungen

1. Corrente (Quartett)

2. Cantabile (Violoncello solo)

3. Deciso, con fermezza (Quartett)

4. Quasi cadenza (Violine solo)

5. Prestissimo. Leggieramente (Quartett)

Erläuterungen

Für eine junge Komponistin an der Jahrtausendwende ist die Dynamik des späten Haydn, aber auch seine naive Experimentierfreude im Quartettsatz unwiederbringlich verloren. Nach Beethoven und Schubert, vor allem aber nach Bartók, Schönberg, Ligeti und Nono, um nur die avanciertesten Vertreter des Quartetts im 20. Jahrhundert zu nennen, ist Quartettkomponieren ein „belastendes Unterfangen“, wie es der Mainzer Komponist Friedrich K. Wanek einmal genannt hat. Darum brauchte die Komponistin Margarete Sorg-Rose ungewöhnlich lange, von 1997 bis 1999, um ihren ersten Anlauf auf die Gattung zu bewältigen, die sie, wie ihr kurzer Einführungstext verrät, vorwiegend als Spiel mit abstrakten Strukturen – Verdichtung und Entspannung – deutet.
„Das Streichquartett besteht aus fünf Teilen, drei Quartettsätzen und, dazwischen angeordnet, zwei Solosätzen. Ihnen ist ein motivisches Grundmaterial gemeinsam, das sich in kleinen Tonschritten und rhythmisch komplizierten Strukturen realisiert. In allen Sätzen finden musikalische Prozesse statt, die sich auf dieser motivischen Basis, wenn auch jeweils auf unterschiedliche Weise, horizontal und/oder vertikal verdichten und wieder entspannen: im ersten, dritten und fünften Satz sind die Übergänge überwiegend fließend gestaltet, im zweiten und vierten Satz wechseln Dichte und entspannte Phasen dagegen abrupt.“ (Margarete Sorg-Rose)
Die Komponistin wurde 1960 in Remscheid geboren, studierte an den Universitäten in Mainz und Tübingen Musikwissenschaft, Griechisch, Latein und evangelische Theologie. Ihr 1983 begonnenes Musikstudium (Chor- und Orchesterleitung, Klavier) ergänzte sie um Komposition bei Lehrern wie Petr Eben, Volker David Kirchner und Hans Werner Henze. Ihr Werkkatalog beim Verlag Tonger in Köln umfasst Lieder, Kammermusik, Chor- und Orchesterwerke (1. Sinfonie u.a.).