Saxophonsonate, op. 166 | Kammermusikführer - Villa Musica Rheinland-Pfalz

Camille Saint-Saens

Saxophonsonate, op. 166

Sonate für Saxophon und Klavier, op. 166

Besetzung:

Werkverzeichnisnummer: 2635

Satzbezeichnungen

1. Andantino

2. Allegretto

3. Molto Allegro

Erläuterungen

Der Komponist des Karneval der Tiere, der in Deutschland mit seinen Sinfonien und Klavierkonzerten leider in Vergessenheit geraten ist, hat sein Leben lang Sonaten geschrieben – die früheste schon 1842, mit sechs Jahren! Erst im Jahre 1921, mit 85 Jahren, freilich wandte er sich der Gattung der Holzbläsersonate zu. “Ich verwende meine letzte Kraft darauf, das Repertoire dieser sonst so vernachlässigten Instrumente zu erweitern”, schrieb er damals einem Freund. Von den geplanten 6 Sonaten wurden nur 3 fertig: je eine für Oboe, Klarinette und Fagott mit Klavier (op. 166-168).
Ob unter den geplanten eine Saxophonsonate war, ist nicht bekannt, doch Eugene Rousseau hat die Lücke durch sein Arrangement der Oboensonate geschlossen.
Das dreisätzige Werk ist durch seine durchweg gesangliche Solostimme und seinen pastoral-idyllischen Charakter besonders gut für das Saxophon geeignet und entlockt dem ansonsten auf jazzigere “moods” fixierten Instrument eine überraschend unschuldige Note.
Der erste Satz erinnert an barocke Formen, während der zweite mit freien Fiorituren des Blasinstruments beginnt und dann zu einer Pastorale überleitet. Das Finale ist spielerisch bewegt.