Kammermusikführer - Villa Musica Rheinland-Pfalz: "Dir, dir Jehova", BWV 452

Johann Sebastian Bach

"Dir, dir Jehova", BWV 452

“Dir, dir Jehova”, BWV 452 (aus Schemmelis Gesangbuch)

Besetzung:

Werkverzeichnisnummer: 3299

Satzbezeichnungen

Erläuterungen

2004
DIR, DIR JEHOVA

Geistliches oder geistlich anmutendes Liedgut bestimmt den ersten Teil des Programms. Den roten Faden bilden Auszüge aus einem Gesangbuch, das vom Zeitzer Schlosskantor Georg Christian Schemelli 1736 bei Breitkopf in Leipzig zum Druck befördert wurde. Es enthielt “954 geistreiche, sowohl alte als neue Lieder und Arien, mit wohlgesetzten Melodien, in Discant und Baß”, so der Originaltitel. Besondere Qualität verhieß der Name eines musikalischen Mitarbeiters aus Leipzig, dessen sich Schemelli versichert hatte: Johann Sebastian Bach. In der Vorrede verkündete der Herausgeber stolz: “Die in diesem Gesangbuche befindlichen Melodien sind von Seiner Hochedlen Herrn Johann Sebastian Bach, Hochfürstl. Sächsischem Capellmeister und Directore Chori Musici in Leipzig, theils neu componiret, theils auch von Ihm im General-Baß verbessert worden.” Welche der “wohlgesetzten Melodien” Bach nun tatsächlich neu komponiert, welche nur bearbeitet hat, ist bis heute in der Bachforschung umstritten. Ganz zweifelsfrei steht Bachs Autorschaft nur für die bekannteste geistliche Aria der Sammlung, Dir, dir Jehova will ich singen, fest. Denn diese hat Bach vor der Aufnahme ins Schemelli-Gesangbuch in das zweite Notenbüchlein für seine zweite Frau Anna Magdalena eingetragen. Überdies ähnelt die Melodie dem Finalsatz der 1. Orchestersuite, einem Passepied, also schnellen Menuett. Ganz dem freudigen Affekt dieses Tanzsatzes angemessen ist auch der Ausdruck des Liedes.