Seit ich ihn gesehen | Kammermusikführer - Villa Musica Rheinland-Pfalz

Franz Lachner

Seit ich ihn gesehen

Seit ich ihn gesehen (aus Chamissos Frauenliebe und Leben)

Besetzung:

Werkverzeichnisnummer: 4241

Satzbezeichnungen

Erläuterungen

Franz Schubert
Auf dem Strom, D 943

Zweimal hat Schubert in seinem Schaffen die Grenzen des bloßen Klavierliedes überschritten und dem Gesang ein obligates Blasinstrument hinzugefügt: ein Horn in dem Lied Auf dem Strom, D 943, die Klarinette in der Gesangsszene Der Hirt auf dem Felsen, D 965. In beiden Fällen waren es besondere Interpreten, die ihn zur Ausweitung der Besetzung ermunterten.

Auf dem Strom komponierte er im März 1828 für den Tenor Ludwig Tietze und den Hornisten Josef Rudolf Lewy. Es war ein Virtuosenstück, das zum Erfolg des einzigen Konzerts beitragen sollte, das der Komponist zu Lebzeiten ausschließlich mit eigenen Werken veranstaltete. Dieses „Privatkonzert„vom 26. März 1828 im Wiener Musikverein enthielt Kammermusik und Lieder einträchtig nebeneinander, ganz so wie am heutigen Abend: acht Lieder, das Es-Dur-Klaviertrio und den Kopfsatz eines Streichquartetts (entweder des d-Moll- oder des großen G-Dur-Quartetts). Auf dem Strom muss den gewünschten Erfolg erzielt haben, denn die Interpreten wiederholten es schon im April in einem weiteren Konzert, und bald schon erfreute sich auch die alternative Fassung mit Violoncello statt Horn, die später auch im Druck erschien, großer Beliebtheit.
In beiden Fassungen tragen „des Stromes Wogen“ im Klavier den Dialog zwischen Sänger und Melodieinstrument. Ein Liebender wird vom Strom des Lebens immer weiter fortgetragen von jenen Ufern, an denen er seiner großen Liebe begegnete:

Hoffnungsleer verhallt die Klage
Um das schöne Heimatland,
Wo ich ihre Liebe fand.

Das Horn symbolisiert den Widerhall der Klage am Ufer, einem Ort romantischer Sehnsucht, aber auch den Glanz der Sterne, in denen sich die Liebenden dereinst wiederfinden werden.