Nigun | Kammermusikführer - Villa Musica Rheinland-Pfalz

Ernest Bloch

Nigun

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Erläuterung

Ernest Bloch wurde 1880 in Genf geboren. Sein Vater hatte ein Rabbinerstudium abgebrochen und betrieb eine Buchhandlung. Im Elternhaus erlebte Bloch die jüdisch-religiösen Bräuche als bleibende Eindrücke. Nach kurzem Aufenthalt in Paris arbeitete Bloch ab 1904 in der Buchhandlung seines Vaters in Genf. Nebenher widmete er sich verstärkt dem Komponieren. Zwischen 1911 und 1915 lehrte er am Genfer Konservatorium. In dieser Zeit entstanden seine ersten Kompositionen mit jüdischer Prägung. 1915 weilte Bloch erstmals in Amerika und beschloss zwei Jahre später sich dort niederzulassen. 1930 kehrte er nach Europa zurück. Die politischen Veränderungen in Europa drängten ihn 1939 zur endgültigen Emigration in die USA. Die amerikanische Staatsbürgerschaft hatte er schon 1924 erworben. Die Suite Baal Shem – Three pictures of chassidic life, zu der auch Nigun gehört, entstand 1924. Blochs jüdischen Stücken ist ein meditativer Charakter eigen, die Schlüsse wenden sich stets in ein wehmütiges, nachdenkliches pianissimo. Über seine Werke bemerkte Bloch: „Es ist die jüdische Seele, die mich interessiert, die rätselhafte, glühende, bewegte Seele, die ich durch die Bibel durchschwingen höre.“ Bloch starb nach bewegtem und produktivem Leben 1959 in Portland, Oregon.