Sextett für Klarinette, Streichquartett und Klavier | Kammermusikführer - Villa Musica Rheinland-Pfalz

Aaron Copland

Sextett für Klarinette, Streichquartett und Klavier

Sextett für Klarinette, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Klavier (New York, 1937)

Besetzung:

Werkverzeichnisnummer: 476

Satzbezeichnungen

1. Allegro vivace

2. Lento

3. Finale. Precise and rhythmic

Erläuterungen

AARON COPLAND, der neben Samuel Barber und Leonard Bernstein bekannteste nordamerikanische Komponist der Nachkriegszeit, entstammte dem Milieu russisch-jüdischer Einwanderer in New York. Wie die meisten seiner komponierenden Landsleute studierte auch er in Paris bei der legendären Nadja Boulanger 1921-24. Charakteristisch für Copland wurde seine links-intellektuelle Haltung. Die Freundschaft mit südamerikanischen und kubanischen Kollegen brachte ihm in den Zeiten des Kalten Krieges die Verfolgung durch Senator McCarthy wegen „antiamerikanischer Umtriebe“ ein.
Copland hat nur wenig Kammermusik geschrieben. Auch sein Sextett ist nur die Bearbeitung eines Orchesterwerkes, der Short Symphony von 1933 – ein Arrangement noch dazu, das aus der Not geboren wurde. Da sich die 1936 in Mexico City uraufgeführte Symphonie für die amerikanischen Orchester zunächst als rhythmisch zu schwierig erwies, entschloß sich Copland 1937 zu der kammermusikalischen Bearbeitung. Sie wurde in der Tat fünf Jahre vor der Originalversion in den USA zum ersten Mal aufgeführt und bescherte dem Werk, das zu Coplands anspruchsvollsten gehört, eine relative Popularität.
Zum Vergleich von Symphonie und Sextett schrieb der Copland-Biograph Neil Butterworth : „Obwohl die Originalmusik unverändert bleibt, außer in der Beseitigung der letzten beiden Akkorde, wurden bestimmte Taktstriche und metrische Angaben verändert, um die Notation komplizierter Rhythmen zu erleichtern… Ein seltsames Merkmal des ersten Satzes ist, daß seine ersten 82 Takte fast vollständig im Unisono stehen… Die einleitende Melodie besteht aus Fünf- und Sechstonphrasen, jeweils getrennt durch Unterbrechungen der anderen Instrumente; das hört man in der Sextettversion sogar deutlicher… Der erste Satz ist mit dem zweiten durch eine kurze Überleitung verbunden. Die nervöse rhythmische Energie weicht hier einem kontinuierlichen Fluß ruhiger Melodie… Das Finale ist dem ersten Satz im Charakter ähnlich. Die Tanzrhythmen weisen auf ‚El Salòn México‘ und ‚Appalachian Spring‘ voraus.“

AARON COPLAND war der bekannteste Vertreter der zweiten amerikanischen Komponistengeneration. Nur 30 Jahre trennen ihn von Amy Beach, musikalisch sind es Welten. Er entstammte dem Milieu russisch-jüdischer Einwanderer in New York und studierte wie die meisten seiner komponierenden Landsleute in Paris bei der legendären Nadja Boulanger 1921-24. Berühmt wurde seine links-intellektuelle Haltung. Die Freundschaft mit südamerikanischen und kubanischen Kollegen brachte ihm in den Zeiten des Kalten Krieges die Verfolgung durch Senator McCarthy wegen „antiamerikanischer Umtriebe“ ein. Copland hat nur wenig Kammermusik geschrieben. Sein SEXTETT ist die Bearbeitung eines Orchesterwerkes, der Short Symphony von 1933 – ein Arrangement noch dazu, das aus der Not geboren wurde. Da sich die 1936 in Mexico City uraufgeführte Symphonie für die amerikanischen Orchester zunächst als rhythmisch zu schwierig erwies, entschloß sich Copland 1937 zu der kammermusikalischen Bearbeitung. Sie wurde in der Tat fünf Jahre vor der Originalversion in den USA zum ersten Mal aufgeführt und bescherte dem Werk, das zu Coplands anspruchsvollsten gehört, eine relative Popularität.

Zum Vergleich von Symphonie und Sextett schrieb der Copland-Biograph Neil Butterworth : „Obwohl die Originalmusik unverändert bleibt, außer in der Beseitigung der letzten beiden Akkorde, wurden bestimmte Taktstriche und metrische Angaben verändert, um die Notation komplizierter Rhythmen zu erleichtern… Ein seltsames Merkmal des ersten Satzes ist, daß seine ersten 82 Takte fast vollständig im Unisono stehen… Die einleitende Me- lodie besteht aus Fünf- und Sechstonphrasen, jeweils getrennt durch Unterbrechungen der anderen Instrumente; das hört man in der Sextettversion sogar deutlicher… Der erste Satz ist mit dem zweiten durch eine kurze Überleitung verbunden. Die nervöse rhythmische Energie weicht hier einem kontinuierlichen Fluß ruhiger Melodie… Das Finale ist dem ersten Satz im Charakter ähnlich. Die Tanzrhythmen weisen auf ‚El Salòn México‘ und ‚Appalachian Spring‘ voraus.“

2002
AARON COPLAND
Sextett (1937)

Copland war neben Gershwin der wichtigste amerikanische Komponist in der zweiten Generation des 20. Jahrhunderts. Nur 30 Jahre trennen seine Werke von Dvoraks amerikanischen, doch stilistisch sind es Welten. Copland entstammte dem Milieu russisch-jüdischer Einwanderer in New York und studierte wie die meisten seiner komponierenden Landsleute in Paris bei der legendären Nadja Boulanger (1921-24). Seine links-intellektuelle Haltung und die Freundschaft mit südamerikanischen wie kubanischen Kollegen sollte ihn 1953 in den Zeiten des Kalten Krieges auf die Schwarze Liste von Senator McCarthy bringen. Hatte er sich damals wegen „anti-amerikanischer Umtriebe“ zu verantworten, so war er in den 1930er und 1940er Jahren das Aushängeschild der amerikanischen Moderne. In Werken wie Rodeo oder Appalachian Spring fand Copland einen nationalen Ton über nationale Sujets – ein „American way“, der Zukunft hatte.

Copland hat nur wenig Kammermusik geschrieben. Sein Sextett ist die Bearbeitung eines Orchesterwerkes, der Short Symphony von 1933 – ein Arrangement, das aus der Not geboren wurde. Da sich die 1936 in Mexico City uraufgeführte Symphonie für die amerikanischen Orchester als rhythmisch zu schwierig erwies, entschloss sich Copland 1937 zu der kammermusikalischen Bearbeitung. Sie wurde fünf Jahre vor der Originalversion in den USA zum ersten Mal aufgeführt und bescherte dem Werk, das zu Coplands anspruchsvollsten gehört, eine relative Popularität.

Zum Vergleich von Symphonie und Sextett schrieb der Copland-Biograph Neil Butterworth: „Obwohl die Originalmusik unverändert bleibt, außer in der Beseitigung der letzten beiden Akkorde, wurden bestimmte Taktstriche und metrische Angaben verändert, um die Notation komplizierter Rhythmen zu erleichtern… Ein seltsames Merkmal des ersten Satzes ist, dass seine ersten 82 Takte fast vollständig im Unisono stehen. Die einleitende Melodie besteht aus Fünf- und Sechstonphrasen, jeweils getrennt durch Unterbrechungen der anderen Instrumente; das hört man in der Sextettversion sogar deutlicher… Der erste Satz ist mit dem zweiten durch eine kurze Überleitung verbunden. Die nervöse rhythmische Energie weicht hier einem kontinuierlichen Fluss ruhiger Melodie. Das Finale ist dem ersten Satz im Charakter ähnlich. Die Tanzrhythmen weisen auf ‚El Salòn México‘ und ‚Appalachian Spring‘ voraus.“