"Chanson et Danses", op. 50 | Kammermusikführer - Villa Musica Rheinland-Pfalz

Vincent d'Indy

"Chanson et Danses", op. 50

“Chanson et Danses” für Flöte, Oboe, zwei Klarinetten, Horn und zwei Fagotte, op. 50

Besetzung:

Werkverzeichnisnummer: 1026

Satzbezeichnungen

1. Chanson. Lent – Plus animé

2. Danses. Très animé

Erläuterungen

Mit der Gründung der Societé des Instruments à vent im Jahre 1878 in Paris begann die Renaissance der französischen Bläsermusik. In den Konzerten der “Gesellschaft für Holzblasinstrumente” wurden in den folgenden Jahrzehnten wertvolle Bläserwerke der Vergangenheit wiederaufgeführt sowie Auftragswerke von allen bedeutenden französischen Komponisten der Epoche. Daraus entstand im Laufe der Jahre ein ungeheuer reichhaltiger, wenn auch teilweise kurioser Werkkatalog. (Die Mainzer Musikwissenschaftlerin Ursula Kramer stellte diese Werkliste in einem Vortrag beim letztjährigen Colloquium zur Kammermusik der Villa Musica in Schloß Engers vor.)
Unter den Originalwerken für die Gesellschaft war auch Vincent d’Indys Chanson et Danses für sieben Bläser, nämlich das klassische Bläserquintett (Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott), vermehrt um eine zweite Klarinette und ein zweites Fagott. Dieses Stück gehört zweifellos zu den klangschönsten und mitreißendsten aus dem französischen Bläserrepertoire des Fin de Siècle.
Stilistisch handelt es sich um eine bemerkenswerte Synthese zwischen Musique française und Musique germanique. D’Indy gilt ja als der französische Wagnerianer schlechthin, obwohl nur ein Teil seiner Musik diesen Ruf rechtfertigt. Er war ebenso interessiert an den Werken eines Rameau, die er edierte, am Gregorianischen Choral und an “gallischer Musik”, d.h. Werken, die eine bewußt französische Ästhetik von Leichtigkeit und Volkstümlichkeit vertreten. Sein Divertissement pour instruments à vent, op. 50, 1898 komponiert, verbindet gleichsam programmatisch beide Stileinflüsse. Im Chanson genannten ersten Teil wird das Hauptmotiv von Wagners Siegfried-Idyll zitiert und in eine dichte chromatisch angereicherte Klangaura eingesponnen. Im zweiten Teil, einer Folge verschiedener Danses, feiern Esprit und tänzerische Eleganz der französischen Suitenmusik einen mitreißenden Triumph.

1999:
Vincent d’Indy gilt als der französische Wagnerianer schlechthin, obwohl nur ein Teil seiner Musik diesen Ruf rechtfertigt. Er war ebenso interessiert an den Werken eines Rameau, am Gregorianischen Choral und an “gallischer Musik”, d.h. an einer französischen Ästhetik von Leichtigkeit und Volkstümlichkeit. Sein Divertissement pour instruments à vent, op. 50, 1898 für die Pariser Bläsergesellschaft komponiert, verbindet gleichsam programmatisch beide Stileinflüsse. Im Chanson genannten ersten Teil wird das Hauptmotiv von Wagners Siegfried-Idyll zitiert und in eine dichte, chromatisch angereicherte Klangaura eingesponnen. Im zweiten Teil, einer Folge verschiedener Danses, feiert die tänzerische Eleganz der französischen Suitenmusik einen mitreißenden Triumph.

2007:
Vincent d’Indy
Chanson et Danses (1898)

Unter den Originalwerken für die Société des Instruments à vent war auch Vincent d’Indys Chanson et Danses für sieben Bläser. Das klassische Bläserquintett aus Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott wird hier um eine zweite Klarinette und ein zweites Fagott erweitert. Was d’Indy aus den Möglichkeiten dieser Besetzung machte, gehört zweifellos zum Klangschönsten und Mitreißendsten, was man im französischen Bläserrepertoire des Fin de Siècle finden kann.

Stilistisch handelt es sich um eine bemerkenswerte Synthese zwischen Musique française und Musique germanique, wie die Franzosen jener Zeit etwas abschätzig die deutsche Musik nannten. D’Indy gilt bis heute als der französische Wagnerianer schlechthin, obwohl nur ein Teil seiner Musik von Richard Wagner inspiriert wurde. Er war ebenso interessiert an den Werken eines Rameau, die er edierte, am Gregorianischen Choral und an “gallischer Musik”, d.h. Werken, die eine bewusst französische Ästhetik von Leichtigkeit und Volkstümlichkeit vertreten. Sein Divertissement pour instruments à vent, op. 50, 1898 komponiert, verbindet gleichsam programmatisch beide Stileinflüsse.

Im Chanson genannten ersten Teil wird das Hauptmotiv von Wagners Siegfried-Idyll zitiert und in eine dichte chromatisch angereicherte Klangaura eingesponnen. Im zweiten Teil, einer Folge verschiedener Danses, feiern Esprit und tänzerische Eleganz der französischen Suitenmusik einen mitreißenden Triumph.